Fast einen kompletten Monat waren wir jetzt in Kroatien unterwegs. Gestartet im Norden auf der Insel Cres ging es über Zadar und den Krka Nationalpark auf die Halbinsel Pelješac und von dort weiter nach Montenegro. Bei unseren Reiseberichten achten wir besonders auf Familientauglichkeit – wir selbst sind mit 3 Kindern im Alter von 1, 8 und 10 Jahren unterwegs – und wie man dort ortsunabhängig arbeiten kann. Ich selbst bin als digitaler Nomade tätig und benötige für meine Arbeit einen schnellen, stabilen und bestenfalls günstigen Internetzugang.

Kosten in Kroatien

Wir sind große Kroatienfans und haben bereits viele schöne Urlaube in diesem tollen Land verbracht. Daher war es für uns auch naheliegend unsere Weltreise mit einem Besuch in Kroatien zu starten. Da wir für ein Jahr unterwegs sein werden, haben wir uns ein klares Budget gesetzt (warum das so wichtig ist, liest du in diesem Artikel). Um es gleich vorweg zu nehmen: der Monat in Kroatien hat unser Budget deutlich überstrapaziert. Der Balkanstaat ist nun mal nicht mehr das Billigreiseland, wo man für nen Appel und ein Ei Urlaub machen kann. Die Preise sind inzwischen fast auf deutschem Niveau und wenn man im Restaurant Fisch Essen geht, ist man auch ganz schnell mal mit 30 € pro Person dabei. Deutlich günstiger wird es dann, wenn man weiter Richtung Süden nach Montenegro und Albanien reist. Hierzu gibt es in Kürze auch noch Reiseberichte.

Internet über WiFi und lokale SIM-Karten

Für digitale Nomaden bietet Kroatien beste Möglichkeiten, um online zu arbeiten. Fast alle Campingplätze, die wir besucht haben, hatten ein kostenfreies WiFi am Platz. Allerdings war die Qualität durchaus unterschiedlich. Gerade auf größeren Plätzen ging die Internetgeschwindigkeit zur Hauptreisezeit so sehr in die Knie, dass an ein vernünftiges Arbeiten nicht mehr zu denken war.

Wirklich genial sind allerdings die Konditionen für lokale SIM-Karten. Für 80 kn (umgerechnet rund 11 €) gibt es vom Anbieter Hrvatska Telekom für 7 Tage unlimitiertes Datenvolumen in voller LTE-Geschwindigkeit. Auf der kompletten Reise hatte ich durchgängig mindestens 3G-Netzversorgung, meistens sogar LTE. Die Verbindungsgeschwindigkeit lag durchgängig bei mindestens 15 MBit/s. Einen vergleichbaren Netzausbau und vor allem vergleichbare Tarife sucht man lange in Deutschland (und wird sie nicht finden).

Zum Thema Coworking Space kann ich relativ wenig sagen. In den Regionen, in den wir unterwegs waren, habe ich keine Coworking Spaces gefunden – allerdings habe ich auch nicht danach gesucht. ich bevorzuge es, in Ruhe für mich zu arbeiten und bin daher nicht so sehr der Freund von Coworking Spaces.

Menschen und Mentalität – nema problema!

Besonders angetan hat uns der Wesenszug vieler Kroaten, nicht in Problemen, sondern in Lösungen zu denken. „Das geht nicht“ ist hier ein Fremdwort. Auf viele Herausforderungen wird mit einem freundlichen „nema problema“, was so viel bedeutet wie „kein Problem“, reagiert.
Du kommst mit einem Foto von einem Undercut zum Frisör und der hat soetwas noch nie geschnitten? Nema Problema (und das Ergebnis sieht super aus)!
Du willst mit MasterCard zahlen und der Shopbetreiber weiß nicht, ob das geht? Wir probieren es aus, nema problema, wird schon funktionieren (hat es dann auch).

Unsere Unterkünfte in Kroatien

Wir waren mit unserem Wohnwagen unterwegs und haben auf folgenden Campingplätzen übernachtet.

Kamp Slatina, Cres

Ziemlich groß und ziemlich teuer, in der Hauptsaison überlaufen. Sanitäreinrichtungen sind ganz neu und pikobello sauber. Direkt am Platz gibt es einen Supermarkt und einen Kiosk, zwei Bars und zwei Restaurants. Mit mehr als 50 € pro Tag der mit Abstand teuerste Campingplatz auf unserer Reise. Schöne Plätze in der Tiha-Bucht. Der Großteil des Campingplatzes ist fest in deutscher und österreichischer Hand, teils auch Dauercamper mit etwas nervigem Gehabe. Fazit: sehr gute Infrastruktur und schöne Strände, aber für uns zu groß und zu teuer.
Link zum Kamp Slatina

Camping Nin, Nin

Man sollte keine Campingplätze nach 23.00 Uhr mehr aufsuchen. Zwangsläufig nimmt man dann alles, was man kriegen kann. Für uns nur ein Zwischenstopp, um unsere Wäsche zu waschen und Zadar zu besichtigen. Der Campingplatz ist sehr einfach, was uns nicht weiter stört, allerdings ist der Preis dafür deutlich zu hoch. Für die Mückenplage kann der etwas muffige Besitzer nichts, hat aber dann sein übriges dazu beigetragen, dass wir relativ schnell weiter gefahren sind. Ziemlich überlaufener (Sand-)Strand und kein WiFi am Platz.
Link zu Camping Nin

Camp Krka, Lozovak

Für einen Besuch des Krka Nationalparks sehr gut gelegener Campingplatz. Allerdings ein wenig laut, da er zum einen an einer recht stark befahrenen Straße liegt und zum anderen auf Grund der recht kurzen Verweildauer der Gäste ein stetiges Kommen und Gehen herrscht. Sanitäreinrichtungen sind einfach und sauber. Toll für unsere beiden großen Kinder war der Pool, für uns Eltern allerdings ein Albtraum, da wir ständig auf der Hut sein mussten, dass unsere Kleinste nicht hineinfällt. Für 2 bis 3 Tage Aufenthalt ist der schattige Campingplatz OK.
Link zu Camp Krka

Camping Zakono, Brijesta

„Umwege erweitern die Ortskenntnisse“. Ohne dieses Sprichwort hätten wir dieses wunderbare Kleinod auf der Halbinsel Pelješac nie gefunden. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Campingplatz in der Nähe von Dubrovnik und sind nur durch die etwas irreführende Beschreibung auf Google auf diesem Campingplatz gelandet. Ein kleiner gemütlicher Campingplatz, sehr netter Besitzer, einfache, aber sehr saubere Sanitäreinrichtung und ein ganz besonderer Charme wird hier geboten. Neben ein paar Ferienwohnungen gibt es nicht viel im Ort und so kannten wir nach nicht mal einer Woche jeden Gast zumindest vom Sehen. Einziges Manko: Infrastruktur ist im Ort nur eingeschränkt vorhanden. Es gibt ein Restaurant (sehr lecker) und einen „Supermarkt“, der aus drei Regalen und einem Kühlschrank besteht. Das nötigste bekommt man hier, zum nächsten richtigen Supermarkt sind es allerdings gut 10 km. Der Campingplatz ist eine absolute Empfehlung für alle, die Ruhe und Entspannung suchen. Kostenloses WiFi am Platz vorhanden, reichte nur nicht bis ins hinterste Eck. Aber ich konnte ungestört auf der Terasse mit direktem Blick aufs Meer arbeiten.
Link zu Camping Zakono

Unser Fazit

Schön war es in Kroatien – wie immer. Das überzogene Budget müssen wir jetzt in den nachfolgenden Ländern reinholen. In Montenegro und Albanien stehen die Chancen dafür gut!

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Hi, ich bin Alex, der kreative Kopf in der Familie und für alles technische zuständig. In meinem alten Leben habe ich viele Jahre im Vertrieb gearbeitet. Ein Burnout im Sommer 2016 hat meine Prioritäten gehörig verschoben – seitdem lebe ich mein Leben im hier und jetzt. Ich arbeite smart statt hart. Durch meinen Konsumverzicht muss ich weniger erwirtschaften. Die gewonnene Zeit nutze ich für das wertvollste auf dieser Welt: meine Familie.