Schnelles und stabiles Internet ist auch auf Reisen unerlässlich. Egal ob What’s App, Facebook, Instagram, Skype oder E-Mail – ohne Internet nichts los. Und da du wahrscheinlich wie ich dein Geld mit einem Online Business verdienst, kommt dem Zugriff auf das Internet eine ganz besondere Rolle zu.

Ich zeige dir verschiedene Möglichkeiten, wie du auch unterwegs zu überschaubaren Kosten online gehen kannst.

Öffentliches WLAN

Eine kostengünstige und in vielen Fällen sogar kostenlose Lösung ist ein Zugang über einen öffentlichen WLAN HotSpot. Viele Cafés und Restaurants, aber auch Städte und Gemeinden bieten einen Zugang zum Internet. Neben diesen meist kostenfreien Angeboten gibt es auch noch einige kommerzielle Anbieter, über deren WLAN HotSpot man gegen Bezahlung online gehen kann.

HotSpots finden

WLANMit Apps wie dem für iOS erhältlichen Wifi Finder * kannst du dir anzeigen lassen, welche Wifi HotSpots es in deiner Nähe gibt und ob diese kostenfrei oder kostenpflichtig sind. Noch einen Schritt weiter geht Wifi Map  (Download für Android * / iOS *): die App bietet die Möglichkeit, zum jeweiligen HotSpot das Passwort zu hinterlegen. So kann man auch das öffentliche WLAN z.B. eines Cafés nutzen, ohne dort etwas zu konsumieren. Voraussetzung ist, dass das Passwort hierfür schon in der App hinterlegt wurde. Wer im in einem Umkreis von mehr als 2 km suchen möchte oder die (ein wenige nervige) Werbung abschalten will, greift zur Pro Version * für € 4,99.

Auch für die Suche auf dem Laptop gibt es passende Suchmaschinen. Unter www.hotspot-locations.de findest du eine Auswahl von frei zugänglichen WLAN Internetzugängen.

Zugang auch bei größeren Entfernungen

WLAN

Outdoor WLAN Access Point TP-Link CPE210 *

Bei Reisen mit unserem Wohnwagen nutzen wir den Outdoor WLAN Access Point TP-Link CPE210 *. Dieses geniale Teil baut eine Verbindung zum nächstgelegenen WLAN auf – und das selbst bei mehr als 5 km Entfernung! Einfach grob auf den Sender ausrichten, Feinjustierung über die Weboberfläche vornehmen und fertig.

Ich habe den Access Point als Access Point Client Router / WISP-Client konfiguriert. Bei dieser Variante baut der Router ein eigenes WLAN-Netz auf, übermittelt aber an das Public Wifi nicht die MAC-Adresse des Routers, sondern des Gerätes, dass als erstes online geht. Gerade bei öffentlichen WLANs mit einem Voucher- bzw. Ticket-System (wie z.B. bei Telekom HotSpot in Deutschland, bei dem nach der Anmeldung 3 Stunden surfen kostenfrei sind) macht das Sinn: ich melde mich mit einem Gerät, z.B. meinem iPhone an an, und kann dann das Internet mit allen verbundenen Endgeräten nutzen. Nach Ablauf der drei Stunden nutze ich einfach ein anderes Gerät, um meine kostenfreie Surfzeit um weitere 3 Stunden zu verlängern.

Wie wir den Access Point umgebaut haben, um ihn statt mit Landstrom mit 12 Volt aus unserer Solaranlage nutzen zu können, liest du hier.

Coworking Spaces

Schnelles Internet gibt es auch in Coworking Spaces. Hier kannst du dir auf deiner Reise für eine bestimmte Zeit einen Arbeitsplatz mieten und mit Gleichgesinnten gemeinsam arbeiten und kreativ sein. Eine gute Suchmaschine für Coworking Spaces findest du auf coworker.com. Neben dem Ort kannst du die Ergebnisse auch auf Locations mit einen separaten Raum für Skype Meetings, Stehtischen, 24 Stunden Zugang und Getränke-Flatrate filtern.

Internet mit SIM-Karte

Falls mal kein öffentliches WLAN zur Verfügung steht, nutzen wir einen mobilen Internetzugang über eine SIM-Karte. Gerade in Europa hat sich hier in den letzten Jahren und Monaten einiges getan.

Roam like at home in der EU

Mit dem Wegfall der Roamingkosten ab dem 15. Juni 2017 können Reisende zu Inlandskonditionen telefonieren und SMS versenden. Auch das Internet-Volumen kann prinzipiell in Deutschland wie auch im EU-Ausland verwendet werden. Frei nach dem Motto „Roam like at home“ macht es also keinen Unterschied mehr, ob du dich in Deutschland oder im EU-Ausland aufhältst.

Mobiles InternetSoweit so gut. Jetzt kann man ja durchaus auf die Idee kommen, sich die günstigste Datenflatrate in einem Mitgliedsland der EU zu holen und diese ausschließlich nomadisch im EU-Ausland einzusetzen. Sinn würde dass auf alle Fälle machen, da es in den einzelnen Ländern der EU nach wie vor sehr große Preisunterschiede gibt. Allerdings hat hier die EU den Mobilfunkanbietern die Möglichkeit gegeben, bei einer „mißbräuchlichen Verwendung“ Daten zu limitieren oder gesondert in Rechnung zu stellen. Da die einzelnen Provider Auslandsnutzung zu regulierten Preisen dem Heimprovider in Rechnung stellen dürfen, ist das eine durchaus reale Bedrohung. Ich werde diesen Artikel entsprechend erweitern, sobald es konkrete Erfahrungswerte gibt.

*** Update vom 12.06.2017 ***

Auf der letzten Rechnung meines Mobilfunkanbieters winSIM (Drillisch) finden sich jetzt weitere Informationen, wie die EU-Roamingverordnung umgesetzt wird:

Zum 15.06.2017 ändert sich die Roaming Regulierung in der EU: Ihre nationalen Mobilfunkkonditionen sind dann ebenfalls
in der EU verfügbar. (…) Mit dem Wechsel in die regulierten Konditionen stimmen Sie auch der Anwendung der Regelungen der angemessenen Nutzung („Fair Use Policy“) bei Telefonie, SMS und Daten zu, einschließlich der Verarbeitung und Nutzung Ihres Telefonie- und Surfverhaltens sowie Ihres Aufenthaltsorts für einen Zeitraum von 4 Monaten zu. Bei einer festgestellten missbräuchlichen oder zweckwidrigen Nutzung, Volumenüberschreitung oder fehlendem Nachweis der stabilen Bindungen an Deutschland behalten wir uns gemäß den Vorgaben der EU-Regulierung vor, Aufschläge zu erheben.

Auf der Website des Anbieters finden sich dazu weitere Informationen, die auf den ersten Blick für den Laien nicht wirklich verständlich sind. Gerade die Definition von „missbräuchlicher Nutzung“ musste ich mir mehrmals durchlesen, bis ich verstanden hatte, was damit gemeint ist. Mein Mobilfunkanbieter definiert eine eine missbräuchliche Datennutzung wie folgt:

Bei Überschreitung eines Roaming-Datenvolumens, welches dem doppelten Datenvolumen entspricht, das sich aus der Division des inländischen Endkundengesamtpreises (…) eines offenen Datenpakets durch das regulierte maximale Roamingvorleistungsentgelt (9,163 EUR/GB (15. Juni – 31. Dezember 2017); 7,14 EUR/GB (ab 01. Januar 2018); 5,355 EUR/GB (ab 01. Januar 2019); 4,165 EUR/GB (ab 01. Januar 2020)) ergibt, können Aufschläge für die weitere Nutzung von Datenroamingdiensten (einschl. MMS) erhoben werden. Offene Datenpakete sind alle Tarife, die eine Datenflat enthalten oder Tarife, deren Datendienste günstiger als die vorgenannten Roamingvorleistungsentgelte angeboten werden.

Was bedeutet das konkret? Mein Tarif kostet pro Monat € 9,99. Doppeltes Datenvolumen x € 9,99 / reguliertes Roamingvorleistungsentgelt € 9,163/GB = 2,18 GB. Bedeutet, mit meinem Tarif darf ich in der EU maximal 2,18 GB pro Monat verbrauchen. Sollte ich mehr nutzen, ist der Anbieter berechtigt, den Mehrverbrauch abzurechnen. Pro verbrauchten MB können laut Preisliste maximal 0,238 € berechnet werden, was theoretisch bei einem GB Daten stolze € 241,72 bedeutet! Allerdings ist bereits seit Juli 2010 eine EU-Verordnung in Kraft, die die Kosten für Datennutzung auf € 59,50 pro Monat limitiert. Bei Erreichen der Grenze erfolgt eine Sperre der Karte, die aber wieder aufgehoben werden kann.

Doch nicht nur bei Überschreiten des Datenvolumens kann eine Berechnung von Aufschlägen erfolgen. Auch wenn keine stabile Bindung an Deutschland (z.B. durch einen gewöhnlichen Aufenthaltsort) nachgewiesen werden kann oder wenn Indikatoren den Schluss zulassen, dass die Nutzung im Ausland die Nutzung im Inland um mindestens vier Monate überwiegt, darf der Provider zur Kasse bitten.

Alles in allem also schlechte Karten für Digitale Nomaden, da die EU mir der Fair-Use-Policy genannten Einschränkung den Mobilfunkanbietern viel zu viele Möglichkeiten an die Hand gibt, eine nomadische Nutzung zu unterbinden.

Bei meiner Recherche für diesen Artikel konnte ich kein einheitliches Vorgehen bei den Anbietern erkennen, hier scheint jeder sein eigenes Süppchen zu kochen. Drillisch weist in der Rechnung auf die Fair-Use-Policy hin, bei o2 kann man seinen Tarif auf EU-Roaming umstellen, wodurch dann auch die Fair-Use-Policy greift. Vodafone macht laut Aussage einiger Nutzer in diversen Foren keinen Gebrauch von der Fair-Use-Policy. Falls du also deine deutsche SIM-Karte im EU-Ausland nutzen solltest, prüfe vorher, ob dein Anbieter unter bestimmten Bedingungen Aufschläge erhebt.

Europa ist nicht gleich EU

Genau hinsehen sollte man bei Reisen nach Norwegen und in die Schweiz. Während einige Anbieter die Länder zur EU gleichstellen, haben andere noch teure Sondertarife. Sogar innerhalb einiger Tarife ein und desselben Anbieters kann es Unterschiede geben: so zählt die Schweiz bei Business-Verträgen von T-Mobile nicht zur EU, bei Privatkundenverträgen allerdings schon.

Mobile Datennutzung außerhalb Europas

Nicht ganz so einfach wie in der EU ist die mobile Datennutzung bei Reisen außerhalb Europas. Der Großteil der deutschen Mobilfunkanbieter berechnet für Roaming außerhalb der EU immer noch irrwitzig hohe Gebühren. Wenn du also deinen deutschen Mobilfunkvertrag auch im aussereuropäischen Ausland Daten nutzen willst, solltest du dir die Roaming Optionen deines Mobilfunkanbieters genauer anschauen. So bietet Vodafone mit seiner World Flat Option die Möglichkeit, das im Vertrag enthaltene Datenvolumen nicht nur in Europa, sondern weltweit zu nutzen. Die Option kostet € 59,95 pro Monat und ist allerdings aktuell nur für Business-Kunden in den Red Business+ Tarifen erhältlich.

Lokale SIM-Karten

ReisenDie meist günstigere Wahl ist eine Prepaid SIM-Karte eines lokalen Anbieters vor Ort. Einen sehr guten Überblick über die einzelnen Anbieter und Tarife in den jeweiligen Ländern gibt es im wikia Prepaid SIM with data. Oftmals hilfreich sind auf die Hinweise und Tipps der Einheimischen vor Ort. Bei lokalen SIM-Karten ist allerdings zu beachten, dass Ausländer nicht überall lokale SIM-Karten kaufen dürfen bzw. der Kauf lokaler SIM-Karten oft mit großen Hürden verbunden ist. Näheres zu den Beschränkungen in deinem Reiseland findest du ebenfalls im Wiki.

Weltweit zu Hause – Google Project Fi

Einen sehr interessanten Ansatz bietet Google mit seinem Project Fi. Google betreibt zwar selbst kein Mobilfunknetz, bietet aber in Kooperation mit verschiedenen lokalen Netzbetreibern einen Tarif, der einheitliche Kosten in 135 Ländern ermöglicht. Die Karte gibt es für monatlich 20 US$, 1 GB Daten werden mit 10 US$ berechnet – unabhängig davon, in welchem der 135 enthaltenen Ländern du dich gerade befindest!

Weitere Informationen, u.a. auch wie du auch an die SIM-Karte außerhalb der USA bekommst, findest du im ICTbroker Blog.

Das WLAN auf Reisen immer mit dabei – mobiler Hotspot

Mobiles Internet

MiFi Router TP-Link M7350 *

Damit du mit Laptop oder Tablet den Datenzugang nutzen kannst, kannst du dir auf dem Smartphone einen WLAN Hotspot aufbauen und dich mit Tablet oder Laptop mit dem WLAN verbinden. Eine komfortable Alternative, die dazu auch noch den Akku deines Smartphones schont, ist ein mobiler WLAN Router oder auch MiFi genannt.

Wir haben uns für den TP-Link M7350 * entschieden und sind total zufrieden damit. Der Router unterstützt neben 3G auch LTE, hat einen eingebauten Akku und funkt im WLAN im 2,4 und 5 GHz-Band. Das Gerät ist klein und leicht und bei uns immer mit dabei.

Planung ist alles

Bei unserer Reiseplanung achten wir immer auf die Verfügbarkeit von offenen WLANs oder Coworking Spaces. Doch wie wir schon öfter feststellen mussten, haben macht es absolut Sinn, immer eine Backup-Lösung in der Hinterhand zu haben. Zu oft ist es schon vorgekommen, dass das WLAN deutlich langsamer war als erhofft oder gar nicht funktioniert hat.

Für solche Fällen nutzen wir, wenn wir in der EU unterwegs sind, das Datenvolumen aus meinem deutschen Handyvertrag bei winSIM * (2 GB Daten für € 9,99, Allnet Flat zum telefonieren, keine Vertragslaufzeit). Und falls die Daten mehr sein sollten, als inklusive ist oder wir außerhalb der EU sind, besorgen wir uns vor Ort eine Prepaid SIM und nutzen diese in unserem MiFi Router.

Welche Erfahrungen hast du mit Internet auf Reisen gemacht? Hast du noch weitere Tipps? Wir freuen uns über deinen Kommentar!

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Hi, ich bin Alex, der kreative Kopf in der Familie und für alles technische zuständig. In meinem alten Leben habe ich viele Jahre im Vertrieb gearbeitet. Ein Burnout im Sommer 2016 hat meine Prioritäten gehörig verschoben – seitdem lebe ich mein Leben im hier und jetzt. Ich arbeite smart statt hart. Durch meinen Konsumverzicht muss ich weniger erwirtschaften. Die gewonnene Zeit nutze ich für das wertvollste auf dieser Welt: meine Familie.